Igelsuchhund Jay
Immer wieder erhält das Igelzentrum Anrufe von besorgten Igelfreunden, die melden, dass in ihrer Nähe eine alte Siedlung abgerissen oder überwachsenes Bauerwartungsland gerodet wird. Weil auf dem Gelände oft Igel gesichtet worden sind, sorgen sie sich um das Wohlergehen der Igel während der Abbrucharbeit. Die Mitarbeiterin Ann Bachmann und ihr Igel-Aufspürhund Jay können in dieser Situation helfen.
Sendung "Tierische Freunde" vom 5.9.2010 des Schweizer Fernsehens

Wann ist ein Einsatz von Igelsuchhund Jay sinnvoll?
Bei allen Abbruch- und Gartenrodungsarbeiten leidet die Tier- und Pflanzenwelt. Einige Tiere flüchten instinktiv, wenn sich die Bagger an die Arbeit machen. Der Igel ist aber kein eigentliches Fluchttier; bei Gefahr verharrt er eher an Ort. Im Winterschlaf ist er gänzlich reaktionsunfähig.
Ziel einer Igelaufspüraktion ist es, den Igel temporär aus der Gefahrenzone zu entfernen. Im Idealfall wird er für die kurze Zeit der Rodung in einem Nachbargarten in einem Gehege zeitlich begrenzt eingesperrt. Nach Abschluss der Rodungsarbeit wird er wieder freigelassen. Der Igel verbleibt also in seinem angestammten Gebiet. Das ist die beste Lösung für das Tier. Igel leben recht ortstreu und kennen sich in ihrem angestammten Gebiet hervorragend aus. Bei einer grossräumigen Umsiedlung müsste der Igel ein neues Gebiet erkunden - eine nicht zu unterschätzende Belastung für das Tier!
Ein Igelaufspürhund kann nur zeitlich und räumlich begrenzt eingesetzt werden, da die Suche enorm anstrengend ist. Für das Absuchen einer 300 m langen Quartierstrasse mit Einfamilienhäusern und Gärten auf beiden Seiten brauchte Jay z.B. mehrere Einsätze auf 4 Tage verteilt.
Einsätze vor geplanten Abbruch- und grossflächigen Rodungsarbeiten sind sinnvoll:
- generell während der Winterschlafmonate des Igels (November-April);
- ganzjährig an Orten, wo schon Igel gesichtet wurden;
im Sommerhalbjahr aber vor allem dann, wenn sich die Umgestaltungsarbeiten über ein grösseres Gebiet erstrecken und/oder sich die daran anschliessende Umgebung als wenig igeltauglich erweist;
Juni-September, wenn Hinweise darauf bestehen, dass sich im betroffenen Gebiet ein Igelweibchen mit säugenden Jungtieren befindet; - immer, wenn nach Beginn der Bauarbeiten mehrmals ein orientierungslos herumirrender (tagaktiver) Igel beobachtete wurde.
Als Tipp, hier können Igel vermutet werden: überwachsenes Bauerwartungsland, Häuser mit strauchreichem Garten, verwilderte Rabatten und Hecken. .
Hinweis: Damit der Anfahrtsweg nicht zu weit ist, kommt der Igelaufspürhund des Igelzentrums vor allem in der Grossregion Zürich zum Einsatz.
Bitte setzen Sie sich frühzeitig mit uns in Verbindung: Ein Einsatz muss gut geplant und auf den Abbruch-/Rodungstermin abgestimmt sein.
Grundsätzlich ist es immer wichtig, Abbruchunternehmer und Gärtner auf eventuell vorhandene Igel aufmerksam zu machen. Ein persönliches Gespräch zeigt oftmals Wirkung.
Trotzdem ist es für uns Menschen sehr schwierig, einen gut versteckten Igel tatsächlich zu finden. Da ist der Igelaufspürhund mit seiner Supernase eindeutig im Vorteil.
Jay ist der Hund der Igelzentrum-Mitarbeiterin Ann Bachmann. Sie ist zertifizierte Hundeinstruktorin und Inhaberin der Hundeschule dog-school.ch.
Für konkrete Suchanfragen wenden Sie sich ans Igelzentrum während der Öffnungszeit.
Weitere Infos zu Igelsuchhund Jay finden Sie in Igel&Umwelt 2008/2 (PDF 1.2 MB) .
Presseberichte
- Migros-Magazin 49 2010 (PDF 1.9 MB)
- Grünzeit Juli 2010 (PDF 745 KB)
- Tagblatt der Stadt Zürich 11. Nov. 09 (PDF 333 KB)
- Igel & Umwelt 2009/3 (PDF 1.0 MB) auf Seite 8
- baublatt 15. Mai. 09 (JPG 630 KB)
- Tierwelt 9. Jan. 09 (JPG 345 KB)
Filmbeitrag
Sendung "Info" - TeleZüri vom 30.11.2011
Sendung "Tierische Freunde" vom 5.9.2010 des Schweizer Fernsehens

