Medizinische Versorgung & Igelpflege

Einleitung

Medizinische Versorgung

Igelpflege


Einleitung

Nach vorhergehender telefonischer Anmeldung während den Öffnungszeiten werden hilfsbedürftige Igel im Igelzentrum medizinisch betreut und gepflegt.

Ist der Igel wieder gesund, wird er vom Finder abgeholt und an der Fundstelle freigelassen. Die Rückkehr in sein ursprüngliches Gebiet ist für die ortstreuen Tiere sehr wichtig. In Ausnahmefällen wird das Tier mittels eines Auswilderungsgeheges an eine neue Umgebung gewöhnt. Diese Arbeit übernehmen freiwillige Helfer, die in einem dafür ausreichend naturnahen Gebiet wohnen.

2019 wurden im Igelzentrum über 400 Igelpatienten kostenlos medinzinisch versorgt und gepflegt.
Dafür sind wir auf Spenden von FinderInnen und GönnerInnen angewiesen!

Der Braunbrustigel gehört in der Schweiz gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz zu den geschützten Tierarten. Das bedeutet, es ist unter anderem verboten, Igel grundlos zu berühren, einzufangen oder in Gewahrsam zu nehmen. Findet man einen Igel, der sich scheinbar oder tatsächlich in einer Notlage befindet (Beispiele: kranke oder verletzte Tiere oder Igel, die bei Wintereinbruch weit unter dem für den Winterschlaf notwendigen Minimalgewicht sind, oder verwaiste Igelsäuglinge), darf dieses Tier vorübergehend in Gewahrsam genommen werden, dies allerdings nur, wenn man sich gleichzeitig - respektive so rasch wie möglich - mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung setzt. Die Fachstelle wird entscheiden, ob es überhaupt nötig ist, das Tier temporär in menschlicher Pflege zu belassen, und falls ja, ob dies beim Finder selber erfolgen kann oder ob der Igel Betreuung in einer Igelstation oder beim Tierarzt benötigt. (siehe Häufige Fragen).

 

Medizinische Versorgung

Die Igelpatienten werden durch die Tierärztin des Igelzentrums und durch die bezüglich Igelkrankheiten ebenfalls sehr erfahrenen, weiteren Mitarbeitenden abgeklärt und entsprechend ihren Bedürfnissen täglich medizinisch versorgt. Neben inneren Krankheiten müssen auch viele Verletzungen behandelt werden. Abhängig von seinen gesundheitlichen Problemen dauert der Aufenthalt eines Igels im Igelzentrum zwischen ein paar Tagen und mehreren Wochen.

Wenn beim Eintritt oder im Verlauf der Behandlung ersichtlich wird, dass der Igel in freier Natur nicht mehr selbstständig würde überleben können, muss das Tier aus Tierschutzgründen eingeschläfert werden, denn ein Leben in dauernder Gefangenschaft wäre eine Qual für jeden Igel. Aber zum Glück kann einem Grossteil der Tiere, die ohne medizinische Versorgung keine Überlebenschancen mehr hätten, geholfen werden, um sie anschliessend gesund zurück in die Freiheit zu entlassen.

 

Igelpflege

Während des Aufenthalts im Igelzentrum werden die Igel einzeln untergebracht. Igel sind Einzelgänger und können nur als Säuglinge oder in einer frühen Jugendphase gemeinsam gehalten werden.

Die Stallwannen werden täglich gereinigt und bei Tierwechsel desinfiziert. Um eine Krankheitsübertragung von Igel zu Igel zu verhindern, werden auch die Futternäpfe täglich gereinigt und desinfiziert. Igel mit Zeckenbefall werden bis nach ihrer Behandlung in Spezialkisten untergebracht, um eine Verbreitung der Zecken im Igelzentrum zu unterbinden.

Geschwächte oder unterkühlte Tiere erhalten eine separate Wärmezufuhr.

Die Igel werden mit supplementiertem Katzenfutter gefüttert und erhalten täglich frisches Wasser. Ebenso werden täglich Appetit und Aktivität jedes Tieres beurteilt.

Zur Berechnung der benötigten Futtermenge und zur Dokumentation der allgemeinen Entwicklung werden alle Igel täglich gewogen. Daneben werden die Tiere aber so wenig wie möglich angefasst oder aus ihren Stallwannen genommen. So soll verhindert werden, dass die Igel unnötigen Stress erleiden oder dass das Wildtier seine Scheu vor Menschen verliert.

Igelsäuglinge, die noch nicht selbstständig trinken können, werden bei externen Pflegepersonen untergebracht.

 

Video
Nachts um 22:45 im Igelzentrum

 

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