Igelsuchhund

Immer wieder erhält das Igelzentrum Anrufe von besorgten Igelfreunden, die melden, dass in ihrer Nähe eine alte Siedlung abgerissen oder überwachsenes Bauerwartungsland gerodet wird. Weil auf dem Gelände oft Igel gesichtet worden sind, sorgen sie sich um das Wohlergehen der Igel während der Abbrucharbeit.
Mirella Manser und die beiden Labradore Keno und Yuma können in dieser Situation helfen:
Siehe Igel&Umwelt 2019/1 (PDF 1.7 MB)  auf Seite 4 -6 und spürhunde-team.ch


Mirella Manser mit ihren Igelspürhunden Yuma und Keno

 

Wann ist der Einsatz eines Igelsuchhundes sinnvoll?

Bei allen Abbruch- und Gartenrodungsarbeiten leidet die Tier- und Pflanzenwelt. Einige Tiere flüchten instinktiv, wenn sich die Bagger an die Arbeit machen. Der Igel ist aber kein eigentliches Fluchttier; bei Gefahr verharrt er eher an Ort. Im Winterschlaf ist er gänzlich reaktionsunfähig.

Ziel einer Igelaufspüraktion ist es, den Igel temporär aus der Gefahrenzone zu entfernen. Im Idealfall wird er für die kurze Zeit der Rodung in einem Nachbargarten in einem Gehege zeitlich begrenzt eingesperrt. Nach Abschluss der Rodungsarbeit wird er wieder freigelassen. Der Igel verbleibt also in seinem angestammten Gebiet. Das ist die beste Lösung für das Tier. Igel leben recht ortstreu und kennen sich in ihrem angestammten Gebiet hervorragend aus. Bei einer grossräumigen Umsiedlung müsste der Igel ein neues Gebiet erkunden - eine nicht zu unterschätzende Belastung für das Tier!

Ein Igelaufspürhund kann nur zeitlich und räumlich begrenzt eingesetzt werden, da die Suche enorm anstrengend ist. Für das Absuchen einer 300 m langen Quartierstrasse mit Einfamilienhäusern und Gärten auf beiden Seiten braucht eine Igelsuchhund z.B. mehrere Einsätze auf 4 Tage verteilt.

Einsätze vor geplanten Abbruch- und grossflächigen Rodungsarbeiten sind sinnvoll:

  • generell während der Winterschlafmonate des Igels (November-April);
    es ist davon auszugehen, dass ein Igel im Winterschlaf die Abbrucharbeiten weder hört noch bemerkt und dementsprechend nicht flieht.
  • ganzjährig an Orten, wo schon Igel gesichtet wurden;
    im Sommerhalbjahr aber vor allem dann, wenn sich die Umgestaltungsarbeiten über ein grösseres Gebiet erstrecken und/oder sich die daran anschliessende Umgebung als wenig igeltauglich erweist;
    Juni-September, wenn Hinweise darauf bestehen, dass sich im betroffenen Gebiet ein Igelweibchen mit säugenden Jungtieren befindet;

Als Tipp, hier können Igel vermutet werden: überwachsenes Bauerwartungsland, Häuser mit strauchreichem Garten, verwilderte Rabatten und Hecken. 

Bitte setzen Sie sich frühzeitig mit uns in Verbindung: Ein Einsatz muss gut geplant und auf den Abbruch-/Rodungstermin abgestimmt sein.

Grundsätzlich ist es immer wichtig, Abbruchunternehmer und Gärtner auf eventuell vorhandene Igel aufmerksam zu machen. Ein persönliches Gespräch zeigt oftmals Wirkung.

Trotzdem ist es für uns Menschen sehr schwierig, einen gut versteckten Igel tatsächlich zu finden. Da ist der Igelaufspürhund mit seiner Supernase eindeutig im Vorteil.

 

Suchanfrage

Für konkrete Suchanfragen wenden Sie sich ans Igelzentrum während der Öffnungszeit.
Wichtige Informationen für die Planung des Einsatz eines Igelsuchhundes sind:
Lokalisierung und Grösse des Grundstückes,
Angaben zur Abbruch- oder Rodungstermin,
Zuständige Person der Bauherrschaft.

 

Igelsuchhund Jay ist im Ruhestand

Viele Jahre lang hat Jay, der Igelsuchhund der Mitarbeiterin Ann Bachmann, erfolgreich Igel aufgespürt. Jetzt geniesst Jay, inzwischen schon im hohen Seniorenalter, den wohlverdienten Ruhestand.
Mit Mirella Manser und den beiden Labradoren Keno und Yuma steht ein würdiges Nachfolgeteam am Start, um Igel zu retten.

Igelaufspürhund Jay an der Leine

 

Presseberichte

Filmbeitrag

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